Das Julfest als Höhepunkt im keltischen Jahreskreis

Wintersonnwende – Jul – Rückkehr des Lichtes, die Tage werden langsam wieder länger. Margot Fuchs, FNL-Referentin in Vorarlberg, gibt uns heute wunderbare Gedanken und ein kleines Ritual für diese wahrlich zauberhafte Zeit mit auf den Weg.

Die Kräuterfrauen und Männer des Landes sind sicher schon in den Startlöchern für die Raunächte! Mystisch, inspirierend, orakelnd, verspielt und auch reinigend. 

Wie auch immer diese sagenhaften Nächte für euch ausfallen, sie sind und bleiben etwas Besonders!

In dieser Zeit nutze ich die letzten 6 Tage des Jahres um mit alten und belastenden Themen endgültig aufzuräumen, denen ich schon zu lange zu viel Energie habe zukommen lassen.

Die ersten sechs Tage und Nächte im neuen Jahr gehören einzig und allein den gedanklichen Vorbereitungen und der positiv geladenen Einstimmung, auf das was kommen soll und darf.
Alles mit dementsprechenden Räucherutensilien versteht sich.

Während meiner Ausbildung zur FNL-Kräuterexpertin durfte ich von einer Schamanin das Julfest kennen lernen. Seit dem ist es zum inspirierenden Ritual anlässlich der Wintersonnenwende und die perfekte Einstimmung auf die Raunächte geworden.
Vielleicht auch kommenden Samstag für dich.

Am 21.12. hat die Sonne ihren tiefsten Stand erreicht und es herrscht die längste Nacht und der kürzeste Tag. Das Fest der Wiedergeburt der Sonne bildet jetzt den Wendepunkt.

Pflanzen wie die Mistel und auch die Fichte gehören in diese Zeit.
Der Weihnachtsbaum war ursprünglich ein Abbild des germanischen Weltenbaumes. Er symbolisiert die Himmelsleiter und in unseren Breitengraden gilt die Fichte als weiblicher Schutzbaum. Somit hat er bei uns daheim einen besonderen Stellenwert und er wird jedes Jahr nach 3 König zerkleinert, in eine Schachtel gepackt und für unser Julfeuer im nächsten Jahr aufgehoben.
Mit diesem sagenumwobenen Feuer wird alles beendet und gleichzeitig neu begonnen.

So geht’s:
Im Vorfeld mach ich mir Gedanken und notiere mir diese je auf einem Zettel.
Was will ich loslassen? Was gehört nicht mehr zu mir?
Was will ich erreichen? Was macht mich glücklich?
Was lässt mein Herz höher schlagen und vor allem: wofür bin ich dankbar?
Lauter „Botschaften an den Himmel“, die ich dem Feuer mitgebe.

Dann löschen wir im ganzen Haus das Licht, gehen in den Garten, stapeln das Holz, bzw. den Baum vom letzten Jahr in eine Feuerschale und entzünden ihn.

Es ist kein Fest dass ich alleine feiere. Gemeinsam mit meiner Familie und mittlerweile auch meinen Nachbarn entwickelt sich erst ein besinnlicher, dann ein geselliger Abend in schöner Runde und je nach Temperatur wird mit Glühwein oder einem Julbier(Bockbier)angestoßen.

Nacheinander geben wir unsere Notizen und Wünsche dem Feuer mit und bevor dieses dann ausgeht, entzündet jeder im Julfeuer seine mitgebrachte Kerze.

Dieses Licht, symbolisiert die Sonne, mit der wir in dieser dunklen Zeit Licht in unser Heim bringen. Dort entzünden wir damit weitere Kerzen und schließen somit den Kreis.

Es ist wie ein Friedenslicht mit dem wir auch die Räucherschale entzünden und den Duft des Räucherwerks genießen. Meine Lieblingsmischung für diesen Anlass ist: Lavendel, Wacholder, Alantwurzel, Weihrauch und Myrrhe.

Somit wünsche ich euch als kleine Inspiration eine genussvolle Julnacht, sagenhafte Raunächte und entspannte Feiertage! Wir hören und sehen uns im neuen Jahr wieder.

Herzliche Grüße aus dem Bregenzerwald
Margot Fuchs
FNL Referentin für Vorarlberg & -Allgäu

 

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