Erstaunlich oder?

Das verlängerte Wochenende und die Möglichkeit, endlich wieder den Koffer packen zu können und dem Alltag zu entfliehen hat viele Menschen in den langersehnten Kurzurlaub ans Meer oder die Berge getrieben. Minutenlange Staumeldungen zeugten davon. Die Sehnsucht nach Veränderung, einem Bruch des Alltäglichen und der Routine ist groß und der Hunger nach neuen Eindrücken und Erlebnissen noch viel größer. Man will sich wieder einmal begeistern lassen, etwas bewundern können, ja, man will Staunen!

Doch können wir das eigentlich noch? Angeblich haben viele Erwachsene das Staunen verlernt und dieses wunderbar entrückte Gefühl bleibt nur noch unseren Kindern vorbehalten. Dabei soll STAUNEN das Schönste sein, was wir erleben können, meinte zumindest Albert Einstein, der die Fähigkeit der Begeisterung und Bewunderung ebenso essentiell empfand, wie beispielsweise Goethe oder Aristoteles. Letzterer sah in der Verwunderung gar den Anfang aller Weisheit.

Psychologen aus den USA haben das Phänomen des Staunens genauer unter die Lupe genommen und sind zu einem interessanten Schluss gekommen. STAUNEN MACHT UNS MENSCHEN BESSER! Warum das so ist – tja, staunende Menschen nehmen sich nicht so ernst. Wird unser Verständnis von der Welt und ihrer Realität für einen Moment erschüttert bzw. irritiert, sei es durch Erlebnisse in der Natur, Kunst, Musik, Religion oder auch Zwischenmenschliches, so rückt das Selbst in den Hintergrund. Man hält sich selbst nicht mehr für den Mittelpunkt der Welt, wird ehrfürchtig vor dem, was sich als höchste Wahrheit und strahlenste Schönheit offenbart.

Wir tun also Gutes, wenn wir Staunen. Nicht nur für uns selbst, sondern auch für die Welt um uns. Ein genialer Grund sich darin zu üben, wie ich finde. Und die Welt hält so viele Möglichkeiten für uns bereit. Lassen wir uns darauf ein – Staunen wir über die Schönheit der Natur, die Vielfalt der Tier- & Pflanzenwelt, die großartigen Begegnungen mit anderen Menschen und bitte auch unbedingt über uns selbst!

Öffnen wir unsere Augen ein stückweit mehr für die Magie des Lebens und lassen wir uns überraschen, womit es uns beschenkt! Ich bin mir sicher, wir werden erstaunt sein.

Einen schönen Juni

Katrin