Salomonsiegel + Rezept für eine bewährte Sehnensalbe

Unsere FNL-Referentin Heidi Tisch von www.naturschoenheit.at hat uns für den Blog einen sehr interessanten Beitrag über das Salomonsiegel zur Verfügung gestellt – inklusive Rezept für eine bewährte Sehnensalbe. Herzlichen Dank!

 

Salomonsiegel

Siegelwurz, Polygonatum multiflorum (ehemals Con-vallariaarten), Polygonatum officinale, odoratum, giganteum..

Familie: Asparagaceae / Spargelgewächse

Verwendet werden vor allem die Wurzeln, sie ist in Nordamerika, Nordeuropa, Asien, Sibirien heimisch. Wächst in feuchten Wäldern, an schattigen Wegen. Der Wurzelstock kriecht unter der Erde entlang, cremefarben und mit aneinandergereihten Knoten, für jedes Jahr gibt es einen neuen, die aus dem Absterben der oberirdischen Teile. Mit diesem Sproß haben wir die Springwurz vor uns, mit der im Märchen Schätze gehoben und verschlossene Türen aufgesprengt werden und es ist jedes Mal ein Erlebnis diese Pflanze zu ernten. Sie liebt nährstoffreiche Böden, ihre Blätter sind lilienartig, paralellnervig. Entlang der Stängel hängen die Blüten in kleinen cremig/weißen, wohlduftenden Blüten, in kleinen Gruppen aus den Blattachseln. Diese produzieren Früchte von rot, violett bis schwärzlich. Viele Polygonatumarten werden für Gärten und Rabatten gezüchtet mit bunten, hell und dunkel gestreiften Blättern oder anderen Mustern auf den Blättern, diese werden nicht zum Verzehr oder für äußerliche Anwendungen verwendet.

Inhaltsstoffe: Steroidale Saponine, (bezogen auf die wilde Yamswurzel) schleimige Pollysaccharide, nicht-Protein Aminosäuren ( L-Azetidine-2-carboxylic Säure), Allantoin (wie Beinwell, für die Wund-und Knochenheilung) ein Glucokinin (ein rezenter Bestandteil mit antihyperglycemischen Effekt).

Ernte: Diese erfolgt meist im Herbst, wenn die Blätter absterben, kann man vorsichtig mit der Hand unter der Erde am Wurzelstock entlang die älteren Teile ernten und immer einen Teil in der Erde lassen, für das nachwachsen. Weiß man genau, wo die Pflanze steht, wird auch im Frühjahr, bevor sie austreibt, geerntet, ab dem 3.-4. Jahr.

Verwendung: In Europa wurde sie während der Hungerszeit als Lebensmittel verwendet, die Wurzeln wurden zu Brei gekocht, die Triebe wie Spargelspitzen. Es ist eine Pflanze, die nicht überall üppig steht und deshalb für die kommerzielle Verwertung angebaut wird. Der Boden sollte schattig, feucht und gut durchlässig sein. Die Pflanze vermehrt sich in erster Linie durch die kriechenden Wurzeln, aber auch der Same kann ausgesät werden.

Die europäische Kräuterkunde hat Salomonsiegel vor allem für Muskel-Skelettprobleme verwendet. Schneidet man die Wurzel durch, hat sie eine bemerkenswerte Ähnlichkeit mit der Knochenhaut. Auch die Schleimhäute wurden behandelt. Galen und Culpeper empfehlen sie auch für die Haut. Dank Allantoin wirkt sie heilend, regenerierend, bei Sonnenbrand und Flecken. Damals wurde ein Wurzelbrei aufgelegt. Heute weiß man, sie erfrischt den Teint, ist gut bei Sommersprossen und Altersflecken.

Zeitgenössische Pflanzenkundler wie Wood schreiben über die große Heilkraft für Muskel und Bindegewebe, einschließlich Knochen, Haut, Bänder, Sehnen, Gelenke, Becken, Bindegewebe, sowie für die Schleimhäute des Körpers. Wie Magen-Darmtrakt, Atemwege, Gebärmutter, Blase. Auf seine Weise scheint Salomonsiegel eine besondere Fähigkeit auf das Bindegewebe zu haben, es ist Balsam für die Streckverbinder zwischen den Knochen, festigt oder macht sie wieder geschmeidig, hilft bei Gebärmuttervorfall, strafft oder lockert, wie es gebraucht wird. Es hilft die Beweglichkeit wieder herzustellen, verhindert Narben und Entzündungen, löst Kalkablagerungen auf. Salomonsiegel ist ein Verbündeter von Menschen, die sehr aktiv sind, wie Sportler, Bauern oder Menschen nach chirurgischen Eingriffen, chronischen und degenerativen Krankheiten. Ideal paßt sie mit Schachtelhalm zusammen, bei Knochenbrüchen mit Beinwell und Wasserdost zur Unterstützung der Heilung. Auch bei Sehnenscheidenentzündungen und Karpaltunnelsyndrom.

Neuesten Studien zufolge hat Salomonsiegel stärkehaltige, süsse, feuchtigkeitsspendende Fähigkeiten und gleicht Stoffwechselfunktionen bei Diabetes aus, ebenso wird es bei trockenen Schleimhäuten der Atemwege, Genitalbereich, Herz, Lunge, Fettleber, Blutzuckerregelung, für Befeuchtung und Schmierung von Bändern, Sehnen, Knochenmark, zur Steigerung der sexuellen und reproduktiven Flüssigkeiten. In der modernen chinesischen Medizin werden Polygonatum spp. Am häufigsten als Stärkungsmittel für kardiale Dysfunktionen ( es enthält geringe Mengen von Herzglykosiden wie das Maiglöckchen) und für trockene, erschöpfte Zustände.

Seinen Namen soll Salomonsiegel von König Salomon haben, den alten, jüdischen Monarch, Sohn von David und für seine Weisheit bekannt.

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Und nun zum Rezept für die bewährte Sehnensalbe:

250g Olivenöl

35g Lanolin

25g Bienenwachs.

Im Öl Beinwell- und Siegelwurz zu gleichen Teilen  klein schneiden und im Öl ausköcheln, an den Herdrand stellen und am nächsten Tag nochmals leicht aufwallen lassen,
die Wurzeln abseihen, Lanolin und Bienenwachs dazu, Festigkeitsprobe machen, etwas abkühlen lassen, in Dosen füllen und erst verschließen, wenn die Salbe kalt und fest ist.

Dies Zubereitung ist vor allem bei allen Sehnen-und Bänderverletzungen ein Segen, Sehnenscheidenentzündungen, Meniskus, alle Knochenverletzungen, Karpaltunnelsyndrom.

Sie festigt das Bindegewebe und als Glycerinzubereitung geb ich sie gerne in Zellulite-Narben-und Dehnungszubereitungen, auch in Cremen, die Pigmente und Altersflecken mildern wollen. Sie gehört zu den Pflanzen, die ich vor Jahren in unser Tal “eingeführt” habe und die jedes Jahr ein bisschen mehr wächst, ich finde sie sehr schön und sehr heilsam.

 

Eure Heidi Tisch

www.naturschoenheit.at

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